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Bauwerksabdichtungen an erdberührten Bauteilen - Analysen

Die vorhandene Bausubstanz ist so zu analysieren, dass objektspezifische Aussagen über die Einordnung in das Umfeld, die Struktur und die verwendeten Materialien des Mauerwerkes, evtl. vorhandene horizontale und vertikale Sperrschichten, die feuchte- und salzbedingten...


Feuchtemessung an der Kellerwand mit einem elektronischen Feuchtemessgerät Einleitung Die vorhandene Bausubstanz ist so zu analysieren, dass objektspezifische Aussagen über die Einordnung in das Umfeld, die Struktur und die verwendeten Materialien des Mauerwerkes, evtl. vorhandene horizontale und vertikale Sperrschichten, die feuchte- und salzbedingten Bauschäden, die Bedingungen zur Be- und Entlüftung angrenzender Räume und letztendlich die Verdunstungs- und Abtrocknungsbedingungen getroffen werden können. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Bauwerksschäden entweder auf eine übermäßige Beanspruchung und/oder auf Mängel bei Baustoffen, Konstruktionen oder auf die Ausführung zurückgeführt werden können. Die durchzuführenden Voruntersuchungen sollen wesentliche Kenndaten und technische Werte über den Bauzustand, Schadensbilder und deren Ursache sowie statische und konstruktive Merkmale bringen. Hierbei wird differenziert zwischen dem Bauteilzustand, den Lastfällen und Durchfeuchtungsmechanismen sowie der bisherigen und zukünftigen Nutzung. Zur fachgerechten Planung einer Abdichtung ist die Kenntnis des Bemessungswasserstandes nach DIN 18195-7 unerlässlich. Beurteilung des Bauteilzustandes Grundlage für jede Abdichtungsmaßnahme stellt eine sorgfältige Planung dar. Zur Ermittlung des Bauteilzustandes sind laut WTA-Merkblatt 4-6-98/D ?Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile? folgende Kriterien zu berücksichtigen und entsprechende Informationen einzuholen: Schadensbild: Der Bauteilzustand ist durch Dokumentation des Schadensbildes zu beschreiben. Art und das Ausmaß des Schadens sind zu benennen, ggf. auch deren Ursache. Besonderheiten, wie z. B. Feuchtigkeitseintrag nur an regenreichen Tagen, sind näher zu erläutern. Konstruktion: Die Konstruktion ist anhand von Plänen, Fotos, Regelquerschnitten von Wand, Decke und Boden darzustellen. Anschlüsse, Bewegungsfugen oder Durchdringungen am abzudichtenden Bauteil sind zu berücksichtigen. Die Standsicherheit der Bauteile und ihre Zugänglichkeit sind zu klären. Hierbei sind sämtliche Ein- und Anbauten wie Kellerlichtschächte, Aussentreppen, Pumpensümpfe und Wasserleitungen sind mit aufzunehmen. Vorhandene Abdichtung: Art, Lage und Zustand der vorhandenen Abdichtung sind zu erfassen, Mängel und deren Ursache zu untersuchen. Frühere Instandsetzungen sind bei der zukünftigen Abdichtungsmaßnahme zu berücksichtigen. Dränage: Falls eine Dränage vorhanden ist, sollten Art, Lage und Vorflut bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Baugrund: Der Baugrund ist hinsichtlich Bodenarten, Grundwasserspiegel und oberirdischen Wasserscheiden zu beschreiben. Feuchtigkeitseintrag durch fehlende bzw. defekte Abdichtung Dokumentation des Wassereintrages Ungeeignete Schutzschicht führt zum Durchstanzen der Abdichtungsschicht Durchfeuchtung des Mauerwerks und Schimmelbildung Ringdränage mit Kontrollschacht Lastfälle nach DIN 18195 "Bauwerksabdichtungen" Die Wahl der Abdichtungsart ist insbesondere von der Angriffsart des Wassers und der Nutzung des Bauwerks abhängig. Die im Boden vorkommenden Erscheinungsformen des Wassers können unterteilt werden in Grundwasser , Sickerwasser , Stauwasser , Schichtenwasser und Bodenfeuchtigkeit . Die Feststellung der Bodenart, der Geländeform und des Bemessungswasserstandes am geplanten Bauwerksstandort ist unerlässlich. Darüber hinaus sind thermische und mechanische Beanspruchungen zu berücksichtigen. DIN 18195 ?Bauwerksabdichtungen? definiert folgende Lastfälle: Bodenfeuchtigkeit nach DIN 18195-4 Nicht stauendes Sickerwasser nach DIN 18195-4 Drückendes Wasser nach DIN 18195-6 Aufstauendes Sickerwasser nach DIN 18195-6 Zur Ausführung zu beachten: DIN 18195-4 ?Abdichtung von Bauwerken gegen Bodenfeuchte (Kapillarwasser, Haftwasser) und nicht stauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden" DIN 18195-5 ?Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen" DIN 18195-6 ?Abdichtung gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser" Wasseraufnahmemechanismen Bauwerksuntersuchung Der Zustand des Bauwerkes bestimmt Art, Umfang und Methode der Untersuchung und muss in Abhängigkeit vom Schadensgrad und dem Umfang der beabsichtigten Instandsetzung gewählt werden. Eine Dokumentation des Schadensbildes ist für die Instandsetzung von feuchte- und salzgeschädigtem Mauerwerk notwendig. Das Maß der Durchfeuchtung am Mauerwerk kann weder durch Handauflegen oder durch optische Begutachtung festgestellt werden. Der Feuchtigkeitsgehalt kann durch Vor-Ort-Untersuchungen und Probeentnahmen mit nachfolgenden Laboruntersuchungen ermittelt werden. Ort, Zeitpunkt und Zeitraum, Anzahl und Umfang der Probeentnahmen müssen durch einen sachkundigen Fachplaner festgelegt werden. Die Probeentnahmen für Bauwerks- und Laboruntersuchungen haben entsprechend dem WTA-Merkblatt 4-6-98/D ?Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile? so zu erfolgen, dass sie repräsentativ sind und nicht zu Verfälschungen der Untersuchungsergebnisse führen. Für die Feuchtemessung gibt es eine Reihe von Messverfahren. Die einfachste und genaueste Methode zur Bestimmung des Wassergehaltes ist das völlige Herauslösen des Wassers aus dem Probekörper. In vielen Fällen kann jedoch an einem Bauteil keine Probe zur Bestimmung des Wassergehaltes entnommen werden. Es kommen dann indirekte Messmethoden zum Einsatz, z. B. : Gravimetrische Feuchtemessung Chemische Verfahren, das Calciumcarbid-Verfahren mit CM-Messgerät oder das Karl-Fischer-Verfahren Thermometrische Feuchtemessung Hygrometrische Feuchtemessung Akustische Feuchtemessung Kernphysikalische Feuchtemessung Elektrische Feuchtemessung Messverfahren zur Feuchtemessung in Bauteilen gravimetrische Verfahren Trocknung Dampfdrucksenkung chemische Verfahren Calciumcarbid-Methode Karl-Fischer-Tinktur thermometrische Verfahren Wärmeleitfähigkeit Infrarot hygrometrische Verfahren Ausgleichsfeuchte akustische Verfahren Ultraschall Impedanz kernphysikalische Verfahren Gamma-/Beta-Strahlen Röntgenstrahlen Neutronenstarhlen Magnetische Kernresonanz elektrische Verfahren Leitfähigkeit Kapazität Mikrowellen Prüfung des Untergrundes Die Prüfung des Untergrundes kann durch eine Wischprobe und Kratzprobe erfolgen. Der Untergrund muss frei von Graten oder scharfkantigen Unebenheiten, wie z. B. Mörtel-, Betonüberständen oder Steinversätzen sein. Saugfähige Untergründe dürfen mattfeucht aber nicht glänzend nass sein. Mit einer Benetzungsprobe kann dieses überprüft werden.


Quelle: HeinzeBauOffice

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