S-S-P Schwächen-Stärken-Profil
Idi-al Gebäude-Diagnose-Methode

Zielsetzung und Anwendung

Die Gebäude-Diagnose kann zum besseren Verständnis mit dem Besuch des Hausarztes bzw. des Allgemeinen Arztes verglichen werden.
Die meisten Vergleiche hinken zwar.
Jedoch unser Ansatz ist, komplexe Sachverhalte mit der vertrauten Situation des Arztbesuches zu vergleichen.
Jetzt kann auch Kompliziertes einfach, nachvollziehbar und vor allem begreifbar dargestellt werden. Wo der Mensch durch seine Sprache den Schmerz artikulieren kann, wird durch diese Methode das Gebäude zum "Sprechen" gebracht.

Schritt 1

Die Aufgabe des Spezialisten als althauserfahrener Architekt ist es, sein Hörrohr an das Gebäude so anzulegen, dass eine tendenzielle Aussage möglich wird.
Wo ein Arzt sein Stethoskop oder das Fieberthermometer ansetzt, wird der erfahrenen Althausberater sein geschultes Auge, vielleicht auch die Nase oder z.B. ein Feuchtigkeitsmessgerät vor Ort einsetzen.
Die "Röntgenaufnahme" des Gebäudes erfolgt durch das Gebäude-Profil, das die Gebäudesituation so kompakt darstellt, dass bereits beim ersten Betrachten die Missstände und Schwächen und vor allem die Stärken und positiven Ansätze eines Gebäudes erfasst, ablesbar macht und so überschaubarer werden lassen.

Schritt 2

Wieder der Vergleich mit dem Allgemeinmediziner:
Sollte die Untersuchung noch keine eindeutigen oder präzise interpretierbaren Ergebnisse bringen, muss der "Facharzt" hinzugezogen werden.
Im Falle der Gebäudediagnose sind dies die Fachingenieure; z.B. für Bauphysik oder Bauchemie: weitere Spezialuntersuchungen wie Thermografien oder Laboruntersuchungen werden angeordnet und durchgeführt.
Das ist dann die zweite Diagnose-Ebene als Vorbereitung weiterer Schritte oder Entscheidungen, eben wie beim Mensch als Patienten.

Die Diagnose

Wie der Arzt - so der Althausspezialist.
In der Diagnose wird zusammengefasst, was erkannt, untersucht und ausgewertet wurde.

Der Heilungsprozess

Der Diagnose folgt nun der Maßnahmenplan, der den "Heilungsprozess" des Hauses mit dem für die Planung notwendigen Rahmen versieht, d.h. einem Prioritätenkatalog, einer Kostenschätzung, einer Zeitachse etc..
Bereits jetzt können die ersten Entscheidungen getroffen werden, unter welchen Voraussetzungen das untersuchte Gebäude "behandelt" bzw. saniert werden kann.

Chancen und Stärken

Auch diese werden innerhalb des Barometers dargestellt, denn auch immaterielle Werte haben ihr Darstellungsrecht.
Dabei werden unbeachtete oder unbeachtet gebliebene Gebäudeteile wie Stuckverzierungen, besondere Holzkonstruktionen, Erker, Balkone, Treppenhäuser, die verkehrliche Lage oder auch historische Materialien und Verarbeitungstechniken in den komplexen Prozess der Werteinschätzung miteinbezogen.
Es erfolgt also keine ausschließliche Bewertung aus Bankensicht, sondern eine, die weit darüber hinausgeht.

Bewertung / Wichtung und Finanzierbarkeit

Als weiteres Ergebnis der idi-al-Auswertung soll auch für den weiteren Prozess ein individueller Fahrplan mitgeliefert werden.
Das Augenmerk muss dabei sowohl auf die konstruktiven als auch die ideellen Werte gerichtet werden.
Es schließt jedoch nicht aus, dass dann auch ein Banker oder Investor die mögliche Nutzung als auch die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes differenzierter einschätzen kann.
Mit speziellen Wichtungspunkten hinterlegt, ermöglicht das idi-al-Schwächen-Stärken-Profil, über den Jetzt-Zustand eine mögliche Wertigkeit des Soll-Zustandes, also nach der Revitalisierung der Bausubstanz, darzustellen.

Zusammenfassung

Das Schwächen-Stärken-Profil eignet sich für Gebäude jeglicher Art:
Wohngebäude, Industrie- und Gewerbebauten, Alt- und auch Neubauten, historische Bauten.
Dieser erste Gebäude-Check wird damit insbesondere für einen Eigentümer oder Investor, der im Regelfall kein Fachmann ist, die einfachste, optisch begreifbare Darstellungsmethode sein.
Obwohl der Architekt als Fachmann die DIN 276 und weitere Vorgaben berücksichtigen muss, ist das äußere Ergebnis so komplex zusammengestellt, dass es in der Regel nicht nur einer Bewertung nach Mindestmaßstäben entspricht, sondern sogar noch weit darüber hinausgeht.
Es erfolgt eine systematische Bewertung von außen nach innen und von oben nach unten.
Eine erste allgemeine Einschätzung und sodann eine genauere Analyse und Bewertung der Fassade, des Daches, der Fenster, des Putzes, der Gebäudetechnik sind aus Sicht des erfahrenen Praktikers eine bewährte Reihenfolge.

Noch einmal ein Vergleich:

Bestimmte Eigenheiten eines Gebäudes stellen Charakteristika dar. Wie beim Menschen der Händedruck, die Kleidung, der Gang oder die Sprache, verraten besondere Symptome dem erfahrenen Arzt viel über seinen Patienten und legen damit seine Vorgehensweise bei den weiteren Untersuchung fest.
Ähnlich muss es auch der Banker bzw. der Finanzierer / Investor betrachten:
Es sind sicher nicht nur nackte Zahlen, von denen er geleitet wird. Bei
ganzheitlicher Betrachtung besteht die Chance, auch angeblich unattraktive und defekte Bausubstanz zu erkennen, um sie zukünftig optimale und
finanziell rentabel zu nutzen.
Die Aufgabe eines nützlichen und gewinnbringenden Analyseinstrumentes erfüllt das idi-al.Schwächen-Stärken-Profil in hohem Maße.

Ganzheitlich als "muss"

Die ganzheitliche Betrachtung, als Basis, als Sicherheit notwendiger Entscheidung insbesondere für:
Für den Banker heißt es: Sicherheit hinsichtlich der Finanzierung
Für den Investor heißt es: Gute Verkaufbarkeit bei attraktivem Marktpreis
Für den Eigentümer heißt es: Zeitgemäßer Komfort, Substanzerhaltung, Nachhaltigkeit
Für die Gemeinde heißt es: Erhaltung, Bewahrung und Neuschaffung von Lebensräumen, Lebensqualität
Für das Land heißt es: Bewahrung der baulichen und kulturellen Identität
Und für Europa: Wertemaßstäbe vergleichbarer gestalten

Die Methode "mit Biss"!

Wer glaubt, diese Methode der Ersteinschätzung sei zu oberflächlich, sollte die einzelnen Punkte und die Qualität der Aussagen genauer betrachten. Die Kernaussage des Profils ist wie eine Messlatte zum "Wohlbefinden" des Gebäudes zu verstehen. Die Abweichungen von – 5 bis +5 kann man auch mit dem Bio-Rhythmus vergleichen. Größere "Unregelmäßigkeiten" zwingen zu weiterer Untersuchung und damit zu verfeinerten Aussagequalitäten. Entscheidend dabei ist die Sicherheit, wichtige Kriterien und Umstände nicht übersehen zu können. Die Methode geht dabei davon aus, dass eine nicht dargestellte –5 noch lange nicht +5 bedeuten muss. D.h., nicht erkannte Mängel bedeuten nicht, dass es keine gibt. Sowohl der behandelnde "Althaus-Spezialist" als auch andere Beteiligte ist angehalten, Entscheidungen zur weiteren Untersuchung zu treffen. Wo jedoch keine Entscheidung fällt, bleibt dann der Tatbestand der "Unterlassung" (unterlassene Hilfeleistung). Denn es muss jedem klar sein, dass eine nicht untersuchte Substanz auch "negative" Folgen haben kann. (z.B. einen Schwammbefall!)

Die Methode in Einzelschritten / Der Kreislauf / Biorhythmus / Lebenszyklen

A Ersteinschätzung: S-S-Profil vergl. Hausarzt
B Detailuntersuchung nach S-S-Profil vergl. Hausarzt
C Ausführungsplanung Maßnahmenplan
D Qualitätskontrolle Der Heilungsprozess
E Gebäudeunterhaltung FM
F siehe Teil A periodisch wiederkehrender Check vergl. Vorsorgeuntersuchung oder ASU/TÜV
I Energie-Pass Die Energie-Bilanz wird positiv oder negativ
II Gebäude-Pass Das Gebäude erhält eine Plakette mit der Gesamtauswertung dargestellt.

Zielsetzung und Anwendung

Der Akteur / Althaus-Spezialist

Wer ist qualifiziert und berechtigt, die Diagnose in dieser Form an Gebäuden durchzuführen?
Der BAKA hat und schafft hierfür die nötigen Voraussetzungen sowohl technisch als auch inhaltlich und muss diese nur weiter personell und flächendeckender ausbauen.
Er geht hierbei davon aus, dass durch Sponsoren und Zuschüsse das Instrumentarium soweit ausgebaut werden kann, dass die Möglichkeit besteht, es auch an ein breites, erfahrenes und sodann speziell geschultes "Personal" – in diesem Fall insbesondere an Architekten und Fachingenieure - weiterzugeben.

Schulung und Lizenzierung

Erst nach einer nachweislich erfolgten, persönlichen Schulung des Beraters wird dieser die Lizenz für die Handhabung dieses Instrumentariums erhalten.
Das bedeutet, der BAKA wird Schulungen durchführen, an denen sowohl die BAKA- Berater als auch Außenstehende teilnehmen können.
Wer die Methode dieser Diagnoseform verwenden will, muss die Lizenz dazu erwerben, d.h. den Nachweis der Qualifizierung erbringen.
Danach erhält er die Lizenz für die Anwendung der Methode und den Titel mit Siegel.

Diagnose-Spezialist-Altbau

Im zweiten Schritt besteht dann die Möglichkeit der Zertifizierung zum Althausspezialisten.
Unter Berücksichtigung des notwendigen Vorbereitungszeitraumes, des Leistungspotentiales und des Arbeitsstandes fanden seit 2000 laufend Schulungen/Workshops statt.
Dies auch weiterhin: siehe gesondertes Programm im Internet.
Bei allen vorhandenen BAKA-Beratern wird dabei die bereits vorgenommene Qualifikationsüberprüfung, die nach strengen Aufnahmekriterien erfolgte, berücksichtigt; eine Einführungsschulung zur Methode und Handhabung des Profils muss jedoch jeder absolvieren.

Qualität und Quantität der Erfahrung und der Beratung

Vernetzung der Berater im Internet

Wir wollen Stärken bündeln, zusammenführen und nutzbringend für andere bereitstellen.
Daher wird das bundesweite BAKA-Beraternetz auch durch eine aktive Vernetzung im Internet ausgebaut.
So werden die Erfahrungen des einzelnen durch die Erfahrung vieler anderer Spezialisten unter Ausnutzung aller vorhandenen Synergieeffekte wirkungsvoll ergänzt.

Die Datenbank

Eine ständig aktualisierte Datenbank sorgt intelligent dafür, dass bereits gewonnene Erfahrungen, Anfragen, Lösungen auch allen anderen Beratern zur Verfügung stehen können.
Über entsprechende Zugangscodes und eine gegenseitige Honorierung kann innerhalb des Beraterkreises praktisch "Tag und Nacht" auf diesen Pool zurückgegriffen werden.

Externe Datenbanken und INFO Systeme

Als Basisinformationsquelle ist die Einbindung vorh. Datenbanken und Literaturhinweise geplant.

BAKA Schriftenreihe im Internet www.baka-shop.de

Für alle Zielgruppen stehen Informationen aus dem baka-online-shop zur Verfügung.

AK Innovation "Bauen im Bestand"

Der im Dezember 2003 gegründete Arbeitskreis Innovation Bauen im Bestand wird fortlaufend Produktentwicklungen vor allem intelligente zukunftsorientierte Lösungen in die zentrale Datenbank und damit für die "Praxis" einbringen.
Siehe gesonderte Projektbeschreibung dazu.

Markplatz Bauen im Bestand

Das Projekt "Marktplatz Bauen im Bestand" soll ein Forum für alle Althaus-Anwender sein. Zunächst als virtuelle Einrichtung im Internet, aber auch als öffentliches Kommunikationsforum bei Veranstaltungen jedweder Art.
Siehe DEUBAU, Bau München, bautec, etc.
Ziel ist es, die Kommunikation zwischen alle am Bau Beteiligten, also Bauherren, Behörden, Verbände, Soziologen, Handwerker, Hersteller, Architekten, Ingenieure auf einer produktneutralen Plattform zu fördern, kritische Fragen und Probleme aufzugreifen, aber auch Forderungen an Politik und Wirtschaft kritisch zu diskutieren.

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