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welcher Außenputz für altes Fachwerkhaus?

18.05.2011 13:17

welcher Außenputz für altes Fachwerkhaus?

Wir haben ein in 1907 erbautes Fachwerkhaus (Fachwerk von außen nicht sichtbar) und möchten dieses (möglichst mit Wärmedämmeffekt) verputzen lassen.

Hintergrund:
Aufgrund der Verklinkerung der Kelleraußenwände, war der auf den Kellerwänden aufliegende Balken durchgefault. Ferner war die Außenfassade in den 60er oder 70er Jahren teilweise mit Aluplatten verkleidet worden. Nachdem der durchfaulte Balken jetzt ausgewechselt wurde sowie die Aluplatten entfernt wurden, möchten wir das Haus verputzen lassen.

Eine Seite des Hauses besteht aus einer Brandmauer aus Backsteinen, 1 Seite des Hauses wurde wohl in den 90er Jahren mal verputzt. Aufgrund der Entfernung der Aluplatten ist bei 2 Seiten des Hauses der ursprüngliche Verputz sichtbar.

Uns stellt sich die Frage nach der Art und der Dicke (wieviel cm?) des Verputzes. Würde man für die Backsteinmauer ggf. eine andere Isolierung wählen?



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Außenputz für altes Fachwerkhaus

Sehr geehrte Frau Häuser,

ich bitte um Entschuldigung, dass erst jetzt auf Ihren Beitrag geantwortet wird.

Die Sanierung eines Fachwerkhauses ist keine wirklich einfache Angelegenheit. Das liegt zum einen daran, dass automatisch ein unhomogenes Bauwerk mit einer Kombination aus verschiedenen Baustoffen vorliegt. Jeder Baustoff hat unterschiedliche Eigenschaften, aber auch Anforderungen bezüglich Belüftung und Feuchtetransport. Nun gibt es die unterschiedlichsten Arten der Ausfachung Material zwischen dem Holztragwerk) und der Anschlüsse der Ausfachungen an das Holztragwerk.
Eine erhebliche Problematik besteht alleine darin, dass die tragenden Holzbauteile gegen Nässe und Feuchtigkeit geschützt werden müssen. Dies gilt sowohl für Wasser von außen (Regen) als auch für Feuchtigkeit von innen (ausfallende Luftfeuchtigkeit). Ein gewisses Maß an gewollter oder ungewollter Undichtigkeit der Bauwerke hat über lange Zeit geholfen, dieser Feuchteprobleme Herr zu werden. Wurden dann noch die früher üblichen Lehmputze verwendet, so hatte man in der Regel die Feuchteproblematik einigermaßen im Griff.
Wird aber der Feuchtediffusionstransport durch die Wand be- oder verhindert, so führt das einerseits zu einer dauerhaften Durchfeuchtung der Traghölzer - sehr eingeschränkte Lebensdauer - und andererseits aber auch dazu, dass der Lehmputz vernäßt und Schimmel im Bauteilinneren und an der Oberfläche eine wunderbare Heimat findet.

Sanierungsvorschläge für ein Fachwerkhaus über eine Ferndiagnose zu erstellen halte ich persönlich für sehr riskant. Ich rate Ihnen dringend, sich einen Fachmann vor Ort zu suchen, der möglichst Erfahrungen in der Fachwerksanierung aufweisen sollte, zumindest aber die Problematik und mögliche Gefahrenpunkte sicher einschätzen kann.

Eine Option und Hilfe bei der Suche nach Experten kann für Sie diese Seite des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung e.V. sein. Unter dem Menüpunkt "Eperte finden" können Sie BAKA-Berater in Ihrem Umfeld finden. Diese Berater betreiben in der Regel eigene unabhängige Planungsbüros oder vergleichbares. Sie verfügen über Erfahrungen in der erfolgreichen Altbausanierung und sind dabei aber auch keinem Anbieter oder Hersteller verpflichtet. gerne können Sie auch in Berlin in der Zentrale des Vereins anrufen und sich dort Experten mit fundierter Erfahrung nennen lassen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Sanierung.


Beratender Ingenieur
Dirk Scholze
Dipl. Ing. BDB, BAKA-Berater
scholzebau - planung für alt und neu

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